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Viel hilft nicht immer viel

Wer kennt nicht das schöne Sprichwort „viel hilft viel“? In Polen gibt es sogar eines, dass sinngemäß heißt, dass man „von Zuwachs keine Kopfschmerzen bekommt“. 

Aber ist es nicht eher so, dass wir uns bei solchen Glaubenssätzen eher mit vielen Dingen zuschütten, die wir- objektiv betrachtet- gar nicht brauchen? Und auf einmal konkurriert das ganze Zeug mit uns um den gemeinsamen Wohnraum?

Nehmen wir mal den guten alten Vorrat: In der Nachkriegszeit war das Horten von Lebensmitteln durchaus nachvollziehbar, beim heutigen Überangebot in den Supermärkten, ist es kritisch zu betrachten. Ich meine dabei nicht die Packung Nudeln oder Mehl in Reserve, sondern die überquellenden Vorratskammern, bei denen niemand im Haushalt mehr einen Überblick hat. 

Und je mehr Stauraum du zur Verfügung hast, desto mehr landet dort. 

Du isst eine Sorte Kekse gern, ok, aber du brauchst keine 4 Packungen auf Vorrat, nur weil sie irgendwo gerade günstig zu haben sind. Bis du dich zur letzten durchgefuttert hast ( der ernährungswissenschaftliche Aspekt mal außen vor 😁), kommen sie dir wahrscheinlich eh aus den Ohren raus oder sind mittlerweile weit über ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum.

 

Und würdest du diese Praktik mit nur einem einzigen Lebensmittel betreiben, wäre es vielleicht machbar. Aber meist wird es dann mit allem, was nicht in den Kühlschrank muss, so gehandhabt. Das Ergebnis? Vollgestopfte Schränke ohne Übersicht. 😱

Das gleiche gilt für Drogerieartikel. Irgendwie tendieren da auch viele zum Horten. Aber mir ist es zumindest noch nie passiert, dass ein Duschgel oder Deo plötzlich leer war. Daher empfehle ich, einen Ersatz, also wirklich 1 Teil, in Reserve zu haben. Bricht man dieses dann an, kann die Reserve wieder aufgefüllt werden. 

Du hast Angst, dass du dann den vollen Preis bezahlen musst? Ja, nachvollziehbar. Aber erstens: Angebote kommen laufend wieder. Und zweitens: es ist dein Lebensraum. Stelle dir vor, du müsstest für jeden Gegenstand in deinem Zuhause Miete zahlen. Dann wäre spätestens das dritte Duschgel raus, oder?

Was ich mit dem ganzen sagen möchte, ist, dass du darauf achten solltest, dass dein Lebensraum nicht zum Lagerraum wird. Schon gar nicht aus den Gründen, dass etwas gerade „günstig“, „zu schade“ zum wegwerfen oder „vielleicht einmal“ zu gebrauchen ist. In diesen Fällen ist weniger das neue Mehr und viel hilft eben nicht immer viel.


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