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Hast du Zeit oder nimmst du sie dir?

Du würdest gern mehr für deine Fitness tun, aber der Tag ist ausgefüllt? Du würdest gerne gesünder essen, aber dir fehlt die Zeit, es zuzubereiten? Du würdest gerne mehr lesen, aber abends bist du zu müde? Du würdest dich gern beruflich verändern, aber du kannst nicht die dafür notwendigen Fortbildungen machen? Dir fehlt einfach die Zeit?

Aber wie steht es denn wirklich um deine Zeit? Nüchtern betrachtet, haben wir alle am Tag gleich viel Zeit, also wie erhältst du mehr davon? Die schlechte Nachricht ist: egal wie sehr du dich verbiegst, der Tag hat seine 24 Stunden und es werden nicht mehr. Klar, du könntest am Schlaf sparen, das ist aber aus gesundheitlicher Sicht und auch für die Konzentration nicht ratsam. 

Was also tun? Was ist die gute Nachricht?

Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn dein Tag ausgefüllt oder überfüllt ist, muss etwas vom Plan. Du musst wörtlich die Zeit für die Dinge schaffen, die du dir vorgenommen hast oder dir wichtig sind. Viele tendieren dazu, einfach noch mehr in ihren Alltag zu quetschen, aber dieser Weg ist eine Schnellstraße zum Burnout. 

Wie also Zeit schaffen?

Mal angenommen du hast dir vorgenommen zu joggen. Und ich meine nicht, weil es gerade „in“ ist oder weil die anderen Mamis es auch machen, sondern weil du für dich beschlossen hast, dadurch fitter zu werden und dich besser zu fühlen.

Als Anfänger beginnst du vielleicht mit 20 Minuten lockerem Dauerlauf, danach noch duschen, mit umziehen vorher und nacher- sagen wir mal du brauchst 45 Minuten. Wo könntest du diese einbauen? Du könntest früh schlafen gehen und entsprechend eher aufstehen, um zu joggen. Du könnest es nach dem Feierabend, in der Mittagspause oder abends machen. Na, kommen schon die Ausreden? Du bist abends platt und möchtest lieber gemütlich auf der Couch lümmeln. Verständlich. Ist ja auch einfacher. Nur ist dann die Frage, was dir für dich wichtiger ist. Denn wenn dir joggen an diesem Tag wichtig ist, dann wird das Lümmeln halt um ne knappe Stunde verkürzt. Oder anders gesagt: wenn du dich für das Lümmeln entscheidest, weil es bequemer ist als zu joggen, liegt es nicht daran, dass du zum Laufen keine Zeit hast. Du möchtest nur deine Zeit nicht fürs Joggen nutzen, sondern auf der Couch verbringen. Dagegen spricht allgemein nichts, aber wenn du dich dann innerlich nieder machst, weil du wieder nicht den Hintern hochbekommen hast, wirst du dich immer schlechter fühlen. 

Und nun noch ein paar wichtige Fragen: entspannt dich eine Stunde fernsehen wirklich? Lädt es deinen Akku auf? Motiviert es dich? Bringt es dich weiter? Fühlst du dich danach besser? Bist du stolz auf dich? Meist lautet die Antwort auf diese Fragen nein. Also wenn du dich gegen etwas entscheidest, was am Anfang schwierig ist, dir aber auf Dauer gut tut, nur weil du etwas machen möchtest, was einfacher ist, dir aber nichts bringt, solltest du deine Einstellung vielleicht noch einmal überdenken. 

Die meisten haben Zeit, aber sie entscheiden sich (oft mit den kreativsten Ausreden) für den bequemen bekannten Weg. Ich weiß das, ich erwische mich selbst genug dabei, unbewusst Ausreden zu finden und mir die Absage an mich schön zu reden. Nur in diesem Moment solltest du einmal inne halten und dir bewusst werden, warum du eine bestimmte Sache ändern wolltest. Du solltest dir deine Ziele vor Augen halten und Dinge, die nicht auf dieses Ziel einzahlen, abwägen. Kennst du das Sprichwort „du kannst nicht auf allen Hochzeiten tanzen“? So ist es mit unserer Zeit. Du kannst nur eine bestimmte Anzahl an Dingen tun, daher versuche so oft es geht, diese bewusst zu wählen. Und bedenke bei der Vergabe deiner wertvollen Zeit, dass du und deine Bedürfnisse dabei nicht erst dran sind, wenn noch Zeit übrig bleibt. Denn im schlimmsten Fall gehst du leer aus.

Nimm dir daher immer wieder die Zeit, die du für dich brauchst. Ganz getreu dem Motto: wenn es dir wichtig ist, wirst du einen Weg finden, wenn nicht, findest du eine Ausrede.

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