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Andere zufrieden stellen ≠ zufrieden sein

Ich bin sehr harmoniebedürftig. Am liebsten habe ich es, wenn jeder um mich herum zufrieden ist. Und ich bin- wie du wahrscheinlich auch- bereit, einiges dafür zu tun. 

Nur wenn es dann so weit ist und alle um dich herum zufrieden sind, während du kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehst, ist die Zeit gekommen, den Fehler einzusehen und bestenfalls zu beheben. Welchen Fehler? Zu denken, dass es ausreicht, dass alle um dich herum zufrieden sind. Denn du selbst bleibst dabei auf der Strecke. 

Daher sollte das eigentliche Ziel lauten: ich möchte zufrieden sein, dann kann ich allen um mich herum helfen, auch zufrieden zu sein. Das ist wie mit der Sauerstoffmaske im Flugzeug- erst deine eigene anlegen, dann anderen helfen. Schließlich bist du niemandem eine Hilfe, wenn du das Bewusstsein verlierst, weil du erst anderen geholfen hast. 

Das klingt logisch und richtig, aber übertragen auf den Alltag, geht dieser Gedanke oft verloren.

 

An sich selbst denken wird dann oft mit Egoismus gleichgesetzt. Sich selbst an erste Stelle zu setzen fühlt sich falsch an. Doch warum? Die Antwort darauf ist zugegebenermaßen ziemlich komplex und individuell, doch oft ist ein großer Anteil die Erwartung des Umfeldes oder der Gesellschaft. Insbesondere Frauen wird das Gefühl vermittelt, dass sie ihr eigenes Wohl an der Zufriedenheit anderer messen sollen. Dein Mann ist zufrieden? Du bist eine tolle Ehefrau. Deine Kinder sind versorgt? Du bist eine gute Mutter. Deine Eltern sind zufrieden? Du bist eine vorbildliche Tochter. Aber um welchen Preis? Wie viel von dir musst du dafür zurückstellen? Wie viel von dir aufgeben? Und wie geht es dir damit, deine Wünsche hinten an zu stellen? 

Die Gefahr dabei ist, dass du eines Tages aufwachst, dein Mann vielleicht Karriere gemacht hat, dein Kind langsam auf eigenen Füßen steht und du dich fragst, was du mit deinem Leben gemacht hast, außer deiner Familie zu helfen, deren Träume zu verwirklichen. 

Oder du hast einen Job behalten, nur um deine Familie finanziell abzusichern und musst dich jeden Tag zwingen, diesen aufzunehmen, bis es dich erdrückt. Hallo Midlife- Crisis. 

Daher, bevor diese Erkenntnis in Wut auf dein Umfeld oder Verzweiflung umschlägt, versuche in dich zu horchen und zu überlegen, was du vom Leben willst. Dir fällt nichts ein? Was hast du gemacht, was dir Spaß gemacht hat, bevor du Verpflichtungen hattest? Wie hast du dir dein Leben vorgestellt? Nur weil du dich jetzt vielleicht verrannt hast oder das Gefühl hast, festzustecken, heißt es nicht, dass es so bleiben musst. Aber niemand außer dir selbst kann das beurteilen. 

Und ist es am Ende nicht eher so, dass wir die Dinge bereuen, die wir nicht getan haben? Wenn du nicht weißt wie oder wo du anfangen sollst, helfen dir vielleicht die Tipps zum Umdenken und das richtige setzen von Zielen. Viel Erfolg!😃

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