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Wieviel Hausputz braucht der Mensch?

Es gibt so Menschen, die putzen täglich ihre Fenster. Die gibt es wirklich. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Aber wenn ich so etwas höre, frage ich mich, was dahinter steckt. Diese Menschen haben beschlossen viel Zeit in Hausarbeit zu investieren, denn sicherlich beschränkt es sich nicht auf die Fenster. Und dieses Ausmaß kostet wirklich viel Zeit. Und Zeit ist wertvoll. Es ist das einzige Gut, das begrenzt ist. 

Versteh mich nicht falsch, ich möchte nicht dafür plädieren, dass dein Zuhause vermüllt und schmutzig ist. Ich möchte nur diejenigen, die sehr viel Zeit ins Aufräumen und sauber machen stecken, daran erinnern, dass sie eine Wahl haben.

 

Fühlt sich nicht so an? Hier ist, was ich damit meine: Wenn du das Gefühl hast, den ganzen Tag nur Zeug hin und her zu räumen und es nach gefühlt einer Minute wieder aussieht wie vorher, solltest du etwas ändern. 

Es ist nicht nur frustrierend, etwas zu machen von dem gleich nichts mehr zu sehen ist. Es ist auch schade um deine kostbare Zeit. 

Denn eines steht fest: je weniger Zeug du hast und dann noch alles seinen Platz hat, ist es schneller wieder ordentlich. Es ist eben einfacher 10 Dinge an ihren Platz zu legen als 100. Daher kann ich jedem nur empfehlen, auszumisten. Damit schaffst du dir vereinfachte Ausgangsbedingungen für ein ordentliches Zuhause. Wenn du noch nicht überzeugt bist oder nicht weißt, wo du anfangen sollst, schaue hier vorbei und hole dir die Schritt für Schritt Anleitung. 

Bist du das Zeug erst einmal los, bleibt noch das putzen. Und da ist auch jeder anders. Meine Mutter wurde noch so erzogen, dass die Gründlichkeit ihrer Hausarbeit eine Messlatte für ihre Fähigkeiten und im entfernteren Sinn auch ihren Wert war. 

Du hast Schlieren? Du bist eine schlechte Hausfrau. Dein Mann hat ein knittriges Hemd? Du bist eine schlechte Ehefrau. Dein Kind hat Flecken auf der Kleidung? Du bist eine schlechte Mutter. Es sind Krümel auf dem Boden? Du bist schludrig und so weiter...

Und das Schlimmste daran ist, dass es meist andere Frauen sind, die einen so bewerten. Aber gerade die sollten es doch besser wissen, denn meist stecken sie selbst mittendrin. 

Ich mache da nicht mit. Jeden, den meine Schlieren stören, lade ich ein, nachzuputzen. 

Ich bin nicht die Dienerin meiner Familie und was irgendwelche Leute darüber denken, tangiert mich nicht mehr. 

Ich tue gern viel für meine Familie, aber ich entscheide, was wann gemacht werden muss. Ich muss auch nicht alles allein machen und du auch nicht. 

Sei fair zu dir selbst und setze dich nicht zu sehr unter Druck. Wenn du fürchterliche Nächte hinter dir hast, dich nicht wohl fühlst oder einfach nur müde bist, wird niemandem ein Unglück geschehen, weil das Bad nicht geputzt ist. Ruhe dich aus und mache es dann. Oder eben am nächsten Tag. 

Denn wenn ich eine Sache gelernt habe, ist es, dass Hausarbeit nicht weg läuft, egal wie lange sie liegen bleibt. Schade eigentlich.🤔😂