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Es muss nicht gleich Minimalismus sein

 

Jeder möchte es ordentlich haben. Dabei mag es der eine gemütlich, der andere spartanisch. Und wenn du das Wort „ausmisten“ hörst, geht dir vielleicht das Bild eines unpersönlichen und leeren Zuhauses durch den Kopf.

Aber es muss nicht so ein Extrem sein, wenn du dich darin nicht wohl fühlst. Es ist völlig in Ordnung, wenn du Kissen, Decken, Deko, Lampen und Fotos brauchst, damit es für dich wohnlich und gemütlich. Es ist ja dein Zuhause. 

Aber wenn du gar nicht mehr weißt, was du alles hast, wo es ist oder genervt bist, das Zeug ständig hin und her zu räumen oder du, wenn jemand unangemeldet vor der Tür steht, es beim Zustand deiner Wohnräume überlegst, dich tot zu stellen, solltest du dem Ausmisten vielleicht doch noch eine Chance geben.

Das wichtigste dabei sind zwei Dinge: 

1. Es geht nicht um die Menge der Dinge, die bleiben, sondern um ihren Nutzen und die Frage, ob du dich an ihnen erfreust. 

Nehmen wir zum Beispiel Geschirrtücher: mal angenommen du besitzt 20, hast meist 1-2 im Einsatz, 2-4 sind in der Wäsche, 2 sauber im Schrank- wäre ein Bedarf von maximal 10 Geschirrtüchern. Das wiederum bedeutet, dass noch einmal so viele unnütz im Schrank liegen. Wenn du jetzt alle hervorholst, um zu gucken, ob du welche aussortieren möchtest, weißt du, dass du sogar die Hälfte ausmisten könntest, ohne dass zu am Ende zu wenig hast. Wenn es am Ende 12 sind, die bleiben, auch gut. Aber 8 weniger schafft schon einmal Platz und mehr Übersicht.

2. Durch das Hervorholen und Aussortieren, siehst du, was du hast und kannst es sinnvoll einräumen.
Denn oft räumen wir alles irgendwo hin, wo Platz ist. Sei es noch so unlogisch. Dabei ist es so viel einfacher, die Dinge, die thematisch zusammen gehören auch an einem Platz aufzubewahren.

Es hat dann alles seinen eindeutigen Platz und das Aufräumen reduziert sich auf ein Minimum. Das wiederum erspart viel Streit, Unzufriedenheit und ewige Sisyphusarbeit, bei der du ständig alles aufsammelst und wieder irgendwo hin stopfst. Und oft ist es stopfen, weil der Stauraum voll ist. Und zwar voll mit Kram. Fliegen die unnützen Dinge raus, ist alles andere einfach wegzuräumen und zu holen, sobald du es brauchst. 

Die Menge richtet sich gänzlich nach deinem Bedarf und dem der im Haushalt lebenden Personen. 

Und vielleicht machst du beim Ausmisten und ordnen die gleiche Erfahrung wie ich: es wird leichter. Leichter zu entscheiden, was weg kann. Leichter zu entscheiden, was du anschaffst. Leichter für alle im Haushalt, Ordnung zu halten. 

Und dabei muss es nicht gleich Minimalismus sein.