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Mehr Zeit im Alltag- Schritt 3/4: Die vielen Hüte

Bist du auch gern beschäftigt und produktiv? Das ist super! Aber was ist, wenn du plötzlich zu viele Hüte auf hast? Was ich damit meine?

Im amerikanischen Sprachraum gibt es diese Redewendung „stretched too thin“. Es bedeutet, dass du dich in so viele Richtungen dehnst, du an zu vielen Dingen arbeitest und alles bestmöglich schaffen möchtest, bis du dich ausdünnst. 

Und du stehtst irgendwann unter so großer Spannung, sodass du drohst, daran kaputt zu gehen.

Das ist ein guter Vergleich, denn gleichzeitig heißt es auch, dass wenn du das ein oder andere loslässt, wieder mehr von dir selbst da ist und du sogar wieder Kapazitäten für andere Dinge hast. Dinge, die dir wichtig sind. Es ist kein starres Gebilde. 

Und es zeigt auch, dass ein gewisses Maß an Dehnung, also das Verlassen der Komfortzone, zu mehr Flexibilität und persönlichem Wachstum führt.

Doch oft ist es nicht einfach einen Mittelweg zu finden. Und vor allem auch zu entscheiden, was du aufgibst und woran es sich lohnt, festzuhalten.

Es dürfte dich nicht überraschen, wenn ich auch an dieser Stelle empfehle, dir einen Überblick zu verschaffen, in welche Dinge deine Zeit und Energie fließt. Von Arbeit, Hobby, Familie, Haushalt, Ehrenamt, Serienliebe über Bewegung und Weiterbildung. 

Daher zurück zu den Hüten: es geht darum zu erfassen, wie viele Hüte du aufhast. Du bist vielleicht Angestellte, Freundin, Tochter, Autorin, Musikerin, Mama und so weiter.

Wenn du all deine „Hüte“ aufgelistet hast, ist es an der Zeit zu schauen, welche noch passen. 

Vielleicht sticht dir auf Anhieb etwas ins Auge, das dir Energie raubt oder dich unverhältnismäßig viel Zeit kostet. Oder es sind gleich mehrere Rollen, die nicht mehr zu dir passen oder in denen du dich nicht wohl fühlst.

Mal angenommen, es ist die Arbeit: warum passt der Hut nicht mehr? Hat sich bei dir etwas geändert? 

Oder bei der Arbeit? Deren Inhalte? Liegt es an deiner Einstellung oder der Arbeit selbst. Gibst du dort dein bestes oder wuselst du dich unmotiviert durch? Was müsste sich ändern, damit dir deine Arbeit wieder Spaß macht?

Sind es bestimmte Abläufe? Dann suche nach Lösungen diese zu verbessern oder sieh dich nach Alternativen um. Du bist auf die Arbeit angwiesen? Dann sehe sie nicht als das notwendige Übel, sondern versuche dankbar dafür zu, dass diese Tätigkeit für die Sicherstellung deiner Grundbedürfnisse sorgt. 

Versuche deine Einstellung zu ändern, damit dich dieser Teil deines Alltags nicht belastet. 

Wenn du innerhalb deines Berufes keine Zukunft für dich siehst, schaue dich parallel nach anderen Möglichkeiten um. Denn es ändert sich nichts, wenn du einfach immer das gleiche machst.

Ähnlich ist es mit Zielen. Wenn du dir ein Ziel gesetzt hast und es dich täglich nur belastet, solltest du es hinterfragen. Verstehe mich nicht falsch, jeder kommt bei seinen Zielen immer wieder in Situationen, die angsteinflößend sind oder ihn herausfordern. Ich möchte damit nicht sagen, dass man bei dem ersten Widerstand alles aufgibt. Aber wenn es alte Projekte und Ziele sind, die eher Ballast sind und dir Energie rauben, ist es vielleicht an der Zeit sie aufzugeben. 

Vielleicht passen sie einfach nicht mehr zu der Person, die du jetzt bist oder sein möchtest. 

Versuche dann, dich zu erinnern, warum du dieses Ziel in erster Linie hattest. Ist dein „Warum“ immer noch gültig, dann mach weiter. 

Wenn dich der Gedanke, etwas sein zu lassen mit Erleichterung erfüllt, lass es los.

Und dann gibt es noch die „Hüte“, die du zwischendurch am liebsten abwerfen würdest, wie den Mama- oder Tochter- Hut. Das ist natürlich eine etwas andere Geschichte. In diesem Fall geht es wieder eher darum, den Hut anzupassen, statt ihn abzuwerfen. 

Was an der Situation macht es schwer für dich? Was macht dir Spaß, was ist zermürbend? Gibt es die Möglichkeit, Aufgaben zu tauschen oder sie anders zu organisieren? 

Es wird zwar immer Situationen geben, in denen du an deine Grenzen kommst, aber wenn diese Überhand nehmen, muss sich etwas ändern. 

Das ist oft schwer, weil du mitten drin steckst. Deswegen ist es wichtig die Situation mit etwas Abstand zu bewerten, zu sehen, was die Brennpunkte sind und dir zu überlegen, wie du diese entzerrst. 

Das wird wahrscheinlich nicht direkt klappen und vielleicht mehrere Versuche erfordern. 

Dennoch lohnt es sich aktiv daran zu arbeiten, statt zum Opfer deiner Situation zu werden, alles zu ertragen und darauf zu warten, dass die Situation vorüber geht oder jemand anderes etwas unternimmt.