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Mehr Zeit im Alltag- Schritt 4/4: Hilfe


Du hast deine Liste durchgesehen und dort stehen nur noch die Dinge, die erledigt werden müssen. 

Du hast zu den Dingen, die dich belasten wo immer es ging, nein gesagt. 

Du hast deine Verpflichtungen, Projekte und Ziele noch einmal überblickt und entschieden, was du weiter verfolgst, anpasst oder aufgibst. 

Bei manchen sorgen diese Maßnahmen für ordentlich Luft in der Planung, aber manchmal bleibt es dabei, dass es immer noch zu viel ist.

Dann ist es an der Zeit, dir Hilfe zu holen. Ich weiß, die meisten (ich eingeschlossen) hören es nicht gern.

Aber warum fällt es uns so schwer, Hilfe anzunehmen oder darum zu bitten?


  • oft ist es das schlechte Gewissen, weil es sich anfühlt, als würde man seinen Kram einfach abschieben
  • manchmal möchte man nicht bei jemandem in der Schuld stehen
  • eine andere Sorge ist, dass man nicht überfordert oder hilfsbedürftig aussehen möchte

Das alles kann ich gut nachvollziehen, weil ich selbst diese Gedanken hatte und manchmal auch heute noch habe. Aber hier kommen ein paar Anregungen, wie es einfacher wird, dir helfen zu lassen.


Das schlechte Gewissen:

Dahinter steht der Gedanke, dass du anderen nicht zur Last fallen möchtest. Das würde aber nur zutreffen, wenn du die andere Person mit deiner Bitte überfällst und in letzter Minute um Hilfe bittest. 

Dann kann es nämlich sein, dass diejenige bereits Pläne hat und wegen dir umplanen muss. 

Was bedeutet es daher für dich?

Wenn du etwas hast, bei dem du Hilfe brauchen könntest, beachte zwei Dinge:

1. Stecke einen zeitlichen Rahmen ab und sag direkt, wobei genau du Hilfe brauchst. Auf diese Weise kann sich die Person darauf einstellen. Geht es zum Beispiel um die Kinderbetreuung, ist es ein großer Unterschied, ob es eine Stunde Aufsicht auf dem Spielplatz ist, während du Besorgungen machst oder ein Abend einschließlich Abendessen und ins Bett bringen. Mache es dabei dem Helfenden möglichst einfach, damit es für alle eine gute Erfahrung wird.

2. Versuche möglichst weit im Voraus um Hilfe zu bitten. Das gibt der Person einerseits Vorlauf es einzuplanen, aber auch die Möglichkeit ohne schlechtes Gewissen oder das Gefühl, dich im Stich zu lassen, nein zu sagen. Denn du hast dann auch noch Zeit, jemand anderen zu fragen.


In der Schuld stehen:

Es kann immer zu Situationen kommen, in denen bei zwei Parteien die eine mehr tut als die andere. In den meisten Fällen ist das nicht schlimm, solange es sich an anderer Stelle einigermaßen ausgleicht. Wenn dir das zu schaffen macht, versuche im Gegenzug etwas für die Person zu machen. Deine Schwester passt öfter auf deinen Hund auf, kocht aber nicht gern. Koche als Dank ab und an etwas für sie mit.


Ich schaffe alles:

Gerade wenn man sich in den sozialen Medien umsieht, scheint jeder alles besser hinzubekommen als man selbst. Alle schaffen alles. Das möchtest du auch. Das wollte ich auch. Aber wenn wir mal ehrlich sind, braucht jeder Hilfe. Wer wirklich alles alleine schafft, sieht entweder nicht die Hilfe, die er hat (wie manche erfolgreiche Menschen mit Stylisten, Einkäufern, Köchen, Trainern und Nannies, die alles „allein“ schaffen) oder tut es auf Kosten seiner Freizeit und Gesundheit. 

Aber das muss nicht sein. Du musst nicht alles allein machen und die Menschen um dich herum auch nicht.

Und je mehr wir sehen, dass jeder hier und da Unterstützung hat, desto schneller wird dieser „ich wuppe meinen Haushalt ganz allein und in High heels während ich ein Unternehmen führe, 3 Kinder erziehe und meinem Mann romantische Botschaften bastle“ - Quatsch als eben solcher deutlich. 

Bis dahin üben wir uns gegenseitig zu helfen und Hilfe anzunehmen.