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Schlechte Gewohnheiten loswerden

Jeder hat sicherlich schon einmal den Ausspruch gehört, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. 

Und das ist gleichzeitig die gute aber auch die schlechte Nachricht. 

Es ist die gute Nachricht, wenn wir gute Gewohnheiten haben, die sich im Verlauf zu einem guten Ergebnis summieren.

Wenn wir jedoch schlechte Gewohnheiten haben, können die in der Summe zu einem negativen Ergebnis führen. 

Doch wie erkennst du deine schlechten Gewohnheiten und wie kannst du sie loswerden?


Zu den schlechten Gewohnheiten gehören sicherlich wenig Schlaf, Stress, übermäßiger Verzehr von ungesundem Essen und Getränken, wenig Bewegung und die Verschwendung deiner Lebenszeit mit Dingen, die für dich keinen Gegenwert haben. 

Das schwierige bei Angewohnheiten ist es, dass sie so sehr zum alltäglichen Leben dazu gehören, dass du diese teilweise gar nicht mehr bewusst wahrnimmst. 

Oder du nimmst sie wahr, redest sie aber schön. 


Ein Beispiel:

Du belohnst dich mit Dingen, die eigentlich nicht gut für dich sind. So erzählst du dir vielleicht, dass du dir ein Stück Kuchen als Belohnung gönnst, obwohl du eigentlich weisst, dass solche Lebensmittel deinem Körper schaden. Meist fühlst du dich nach dem Essen auch noch schlechter als vorher. 

Daher ist dieses schön reden als Belohnung nicht einmal zutreffend.

So ist es auch mit der Gewohnheit etwas Süßes zum Kaffee oder Tee am Nachmittag zu essen. 

Schnell ist dahergesagt, dass du ein Stück Schokolade zum Kaffee „brauchst“. 

In Wirklichkeit ist es eine reine Gewohnheit- und keine gute.


Somit ist der erste Schritt eine schlechte Gewohnheit zu durchbrechen, diese überhaupt zu erkennen. Am einfachsten ist es, solche Momente bewusst wahrzunehmen und für sich zu überlegen, wie es zu dieser Gewohnheit gekommen ist. 

Um beim Beispiel mit dem Süßen zu bleiben: vielleicht kennst du das schon so aus der Kindheit oder du bist einfach müde oder gestresst und hast deswegen vermehrt Appetit auf etwas Süßes. Aber vielleicht ist das Wort des brauchens doch zutreffend, weil du eine gewisse Abhängigkeit von stark gezuckerten Lebensmitteln entwickelt hast. 


Ich bin keine Ernährungsberaterin, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade die nachmittägliche Süßigkeit reine Gewohnheit ist, weil ich es selbst lange so gemacht habe. Mir hat der Ansatz von Brooke Castillo sehr geholfen, daher fasse ich das hier kurz für dich zusammen:

Um diese Gewohnheit bzw diesen Impuls, nach dem Esssen zu etwas Süßem zu greifen, zu durchbrechen, ist es zunächst wichtig in dem Moment, diesen Gedanken zuzulassen. 

Einfach für dich zu sagen „Okay, ich weiß du meinst das jetzt essen zu müssen, das erkenne ich an, aber ich weiß, ich brauche es nicht.“ 


Und so banal das ist, das ist bereits der erste Schritt. Kein schlechtes Gewissen, kein wütend auf dich selbst sein, kein „dann esse ich halt später weniger.“ 

Einfach diesen Gedanken, das jetzt essen zu müssen, zulassen und bewusst wahrnehmen. Gleichzeitig aber dem Gehirn mitteilen, dass es sich irrt. 

Wenn du jetzt bewusst entscheidest, dass der Gedanke nicht stimmt, wird es einfacher die nächste Handlung, also wie du es bisher gewohnt warst, nicht durchzuführen. Die automatische Kette von Abläufen ist zumindest unterbrochen und das ist ein guter Anfang.

Es wird jetzt einfacher, den Impuls umzulenken. Einfacher, weil es nicht unreflektiert passiert, sondern weil der Griff zu einer Süßigkeit eine bewusste Handlung ist. 


Dennoch bedeutet einfacher nicht einfach, denn das ist Veränderung nie- auch nicht zum positiven hin. Unser Gehirn unterscheidet leider nicht zwischen guten und schlechten Gewohnheiten. Für unser Gehirn sind alle Gewohnheiten („immer so wie immer“ ) gut.

Aber um eine Gewohnheit zu durchbrechen, musst du diese jedes Mal, wenn der Impuls da ist, als solche entlarven und bewusst dagegen steuern. 

Und je öfter es dir gelingt, diesen Gelüsten nicht nachzugehen, weil du dich bewusst dagegen entscheiden hast, desto einfacher wird es, diese Gewohnheit abzulegen. 


Hilfreich ist dabei, wenn du deine Erfolge sichtbar machst. Das habe ich bei Brooke Castillo gelernt:

Sie hat dazu ein leeres durchsichtiges Gefäß genommen, welches bei jedem Widerstehen dieser Impulse mit einer bunten Glasperle gefüllt wird. 

 Und weil der Teil unseres Gehirns, welcher für die Gelüste zuständig ist, so primitiv ist, erfreut es sich daran, dass sich dieses Gefäß mit den Glasperlen füllt. 

Für unser Gehirn ist das dann Belohnung oder Ersatz genug. Erstaunlich, oder? Du kannst alternativ auch eine gut sichtbar platzierte Strichliste führen, denn der Effekt, wenn diese wächst, ist der gleiche. 


Ich konnte es am Anfang auch nicht glauben, aber es funktioniert wirklich. 

Und das sind die Schritte: 

- die schlechte Gewohnheit als solche erkennen 

- den Gedanken oder Impuls zulassen

- dich dann bewusst dagegen entscheiden

jedes Mal, wenn es dir gelungen ist, als Belohnung eine Glasperle in ein Gefäß füllen 

  oder einen Strich auf deine Liste setzen

Wenn du eine schlechte Gewohnheit loswerden möchtest, versuche es mal. 

Du wirst sehen, dass wenn du dich darauf einlässt und es ernsthaft ausprobierst, es eine gute Methode ist, mit schlechten Gewohnheiten zu brechen.