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Projekte planen

In unserem Alltag gibt es oft unzählige Projekte, die wir entweder begonnen haben oder beginnen möchten. 

Und mit Projekt meine ich Aufgaben, die nicht innerhalb kurzer Zeit erledigt werden können oder einen besonderen Aufwand, egal ob auf Zeit, Geld oder die Lernkurve bezogen, erfordern.

Das mag weit gefasst sein, aber es sind genau diese Dinge, die uns unterschwellig Energie kosten, wenn sie liegen bleiben und wir ständig daran erinnert werden, dass noch unvollendete Projekte unsere Aufmerksamkeit fordern. 

Um endlich mit allen losen Enden und Ideen aufzuräumen und so Platz für neue zu schaffen, bietet es sich an, diese für dich zu sortieren.

Zunächst solltest du überlegen, welche Projekte du bereits angefangen hast und welche du in Zukunft umsetzen möchtest. 

Zu angefangenen Projekten kann auch so etwas wie ausmisten, Blumen pflanzen, Keller aufräumen, eine Sprache lernen, ein Buch schreiben, Sport machen und so weiter zählen.

Versuche mal all diese Sachen, die du gerne machen möchtest oder schon angefangen hast auf einen Zettel zu schreiben. 

Jetzt hast du wahrscheinlich eine Liste von vielen Projekten mit unterschiedlichem Stand der Umsetzung. 

Markiere nun die Projekte, die kurz vor der Fertigstellung stehen. 

Jetzt markiere mit einer anderen Farbe die Projekte, die du vor hattest oder angefangen hast und eigentlich gar nicht mehr fertigstellen möchtest. 

Und zuletzt die Projekte, die du aktuell gerne angehen möchtest. 

Nach diesem Brainstorming hast du im Prinzip drei neuen Listen. 

 

In der ersten Liste stehen die Projekte, die nahezu fertig sind. Schreibe bei diesen dahinter, was noch zur Fertigstellung fehlt. Das wäre so etwas wie Schrank einräumen nach dem ausmisten, Sockelleisten zuschneiden, wenn du einen Raum renoviert hast. 

Es sind oft nur Kleinigkeiten, die etwas Zeit oder ein paar Mittel erfordern, aber für die Nutzung des Projektes nicht richtig relevant sind und deswegen liegen geblieben sind. 

Plane für diese Sachen demnächst die Fertigstellung ein oder besorge die Dinge die noch fehlen, damit diese Projekte abgeschlossen und damit auch abgehakt werden können.

 

Die zweite Liste umfasst alle Projekte, die du mal begonnen hast oder die du beginnen wolltest. 

Oft sind es Dinge, die wir bei anderen sehen und deren Begeisterung erleben, sodass wir es selber auch machen und erfahren möchten. Vor allem wenn wir sehen wie viel Freude jemand an seinem Projekt oder Hobby hat. Doch manchmal ebbt diese Anfangseuphorie ab oder wir stellen einfach fest, dass es nicht so ist, wie wir uns das gedacht haben. 

Es ist dann völlig in Ordnung so ein Projekt nach einem ernsthaften Versuch wieder gut sein zu lassen. Wenn die Begeisterung dafür nicht mehr da ist und du dich eher verpflichtet fühlst das weiter zu machen, weil du bereits Geld dafür ausgegeben hast, macht es dich auf Dauer auch nicht glücklich. 

Überlege dir daher bei diesen Projekten, welche du ganz sein lässt oder an einen späteren Zeitpunkt wieder aufnimmst. Du kannst das Zubehör dafür einlagern oder verkaufen oder verschenken, damit es dich nicht ständig daran erinnert, dass du es nicht zu Ende gebracht hast. Schließe für dich einfach damit ab. 

 

Kommen wir jetzt zur aktuell wichtigsten Liste: die Projekte, die du jetzt angehen möchtest. 

Zunächst die Projekte, die du bereits begonnen und weiter fortsetzen möchtest:

Falls bisher noch nicht geschehen, versuche methodisch an deine Vorhaben dran zu gehen. Das bedeutet, wenn du beispielsweise einen Kellerraum umgestalten möchtest, dann überlege dir, was alles zu tun ist: Musst du den Raum ausmessen? Brauchst du Hilfe oder Rat von jemanden zu bestimmten Schwierigkeiten? Muss der Raum erst ausgeräumt werden? Was muss gekauft werden und welches Budget wirst du dafür ungefähr benötigen? Wann möchtest du das Projekt fertigstellen? Wie viel Zeit wirst du für die einzelnen Schritte brauchen? 

All diese Dinge solltest du bei einer Projektplanung berücksichtigen, damit du die Projekte realistisch planen kannst. Klar kannst du dir überlegen einen Wellness- Palast in deinen Kellerraum zu bauen, aber wenn du dafür Wasserleitungen verlegen und eine Sauna finanzieren musst, für die du kein Budget übrig hast oder das meiste nicht selbst machen kannst, sondern zum Beispiel Handwerker dafür bezahlen musst, erkennst du das, bevor du beginnst oder kannst gezielt dafür sparen.

Wenn du ein Projekt bereits begonnen hast, kannst du auch notieren, was du bisher schon erledigt hast und wie viel Geld du bereits ausgegeben hast, um einerseits im Blick zu haben, was du schon erreicht hast und andererseits eben deine Ausgaben zu kennen.

Bei neuen Projekten, die du beginnen möchtest, gehst du ähnlich vor:

hast du ein Projekt, mit dem du noch nicht begonnen hast, kannst du von vornherein eine strategische Planung machen, damit die Wahrscheinlichkeit es fertig zu stellen, zumindest steigt.

 

Bei der Projektplanung müssen in der Regel vier Dinge berücksichtigt werden: Zeit, Wissen, Budget und Hilfe.

Zeit: damit ist zum einen gemeint, dass du einen ungefähren Zeitraum festsetzt, in dem du das Projekt fertigstellen möchtest. Das ist natürlich einfacher für handwerkliche Projekte zu tun, als beispielsweise eine Sprache oder eine Fertigkeit zu lernen. Bei diesen Dingen könnte es aber zum Beispiel helfen, wenn du dir als Ziel setzt, bis Weihnachten den Grundwortschatz zu lernen oder für Weihnachten drei Geschenke selbst zu nähen. Dann hast du einen festen Zeitraum und damit einen Rahmen, in dem du an der Umsetzung des Projektes arbeiten möchtest.

Wissen: wenn du etwas das erste Mal machst oder zumindest wenig Erfahrung damit hast, wirst du dir Wissen aneignen müssen, um das Projekt umzusetzen. Im Falle des Kellerraums ist es vielleicht Wissen zum Thema Ausleuchtung oder geeigneten Bodenbelag sein. Im Falle einer Sprache ist das die Recherche nach einem passenden Kurs oder das Beschaffen von Lernmaterialien. Alles, was du dir an Wissen aneignen musst, sollte auf die Liste geschrieben werden, damit du aktiv danach ausschauen halten und es dir aneignen kannst.

Budget: Beim Budget solltest du darauf achten, was du einerseits an Materialien brauchst. Dazu würden auch die Lernmaterialien zählen. Wenn du beispielsweise einen Kurs zu diesem Thema belegen möchtest, musst du auch dieses Budget einplanen. Wenn du jemanden für seine Dienstleistung bezahlen musst, um das Projekt fertig zu stellen, rechne auch das in das Gesamtbudget ein. Schaue spätestens jetzt, ob das in dem Zeitraum, den du dir vorgenommen hast, finanziell realisierbar ist. Falls nicht, ist jetzt ein guter Zeitpunkt entweder den Zeitrahmen zu ändern oder dir ein eine Strategie zu überlegen, dein Projekt zu finanzieren.

Hilfe: manchmal haben wir das Glück, dass wir Menschen kennen, die bereits ein ähnliches Projekt durchgeführt haben oder mehr Erfahrung in dem Gebiet haben, in dem es uns an dieser mangelt. Das ist ein super Ansatzpunkt, um sich Hilfe zu holen. Vergiss jedoch nicht, dass du keinen Einfluss auf die Zeit deiner Mitmenschen hast. 

Das bedeutet, du kannst die Menschen um Hilfe bitten und sagen was genau du von ihnen wissen möchtest oder wobei sie dir helfen wollen. Wenn diese Person an einem bestimmten Tag jedoch keine Zeit hat oder aktuell anderen Verpflichtungen nachgeht, so dass er dir nicht helfen kann, wirst du auf jemand anderes ausweichen müssen oder das Projekt wird an dieser Stelle ins Stocken geraten. Wenn das vom Zeitplan her unproblematisch ist, kannst du vielleicht in der Zeit andere vorbereitende Dinge bereits umsetzen. Aber vielleicht kann dir derjenige, von dem du dir die Hilfe erhofft hast, jemand anderen empfehlen, der dir weiterhelfen kann. 

Ich habe dir als Hilfestellung eine Druckvorlage zur Projektplanung erstellt. Wenn du bereits ein Passwort für meine Druckvorlagen hast, kannst dich hier einloggen. Falls nicht, erhältst du es hier.