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Nutze deine Wochenstunden

Hast du auch manchmal sehr viele Verpflichtungen, Projekte, Aufgaben und Dinge, die du für dich selbst tun möchtest, dass du gar nicht weißt, wie du das in einen 24 Stunden Tag packen sollst? 

So kann es jedem mal gehen und auch ich habe Zeiten, in denen ich merke, dass es zu viel ist und ich mich neu sortieren muss.

Denn im Endeffekt bedeutet es nicht, dass du überhaupt nicht in mehreren Bereichen engagiert sein kannst, oder dass du nicht mehrere Jobs haben oder an unterschiedlichen Projekten arbeiten kannst. Es ist vielmehr wichtig, deine Zeit und Energie so aufzuteilen, dass es machbar ist und dir gut tut, statt dich auszulaugen.

Doch wie erreichst du das in der praktischen Umsetzung? 

Ich bin immer Fan davon Dinge zu sortieren und zu strukturieren, um dann einen Plan zu erstellen. Daher zeige ich dir, wie ich in solchen Situationen einen Plan erstelle, damit das alles gleichzeitig funktionieren kann.

 

Schritt 1: 

Zunächst musst du wissen, was alles zu tun ist beziehungsweise was du alles tun möchtest. Das bedeutet du schreibst dir eine Liste mit all deinen Verpflichtungen für die nächste Woche (Arbeit, Freizeit, Familie, du selbst), die du aktuell hast.

Darunter setzt du dann die Sachen auf die Liste, die du gerne machen möchtest (Zeit für dich für Sport, lesen, Projekte, Stunden aufstocken und so weiter).

 

Schritt 2: 

Schau noch einmal kritisch, ob du wirklich alles, was auf dieser Liste steht, machen musst. Falls du noch Unterstützung dabei brauchst, wie du Dinge priorisieren und deine Liste ausmisten kannst, schau hier einmal vorbei. 

 

Schritt 3: 

Jetzt überlegst du dir, wie viel Zeit du ungefähr für die einzelnen Punkte brauchst. 

Wenn es Dinge sind, die einmal die Woche stattfinden schreibe die Stundenzahl dahinter. Wenn es Dinge sind, die mehrmals die Woche anfallen, wie zum Beispiel Arbeit, notiere die Wochenstundenzahl. Sei ehrlich, wenn du täglich Serien schaust oder bei Facebook und co. unterwegs bist.

Vergiss dabei nicht, auch schlafen einzuplanen und zwar mit der Stundenzahl, die für dich optimal ist. Falls du dir noch nie darüber Gedanken gemacht hast, wie viel Schlaf du wirklich brauchst, gibt es in wunderbare Möglichkeiten das zu tracken.

 

Schritt 4: 

Rechne alle Stunden zusammen. Wenn du dir jetzt die Gesamtstundenzahl von 168 Stunden pro Woche anschaust, siehst du direkt ob diese ganzen Aktivitäten theoretisch in der Woche umsetzbar sind oder ob du ohnehin nicht alles in diesem Umfang in die Woche packen kannst. 

 

Szenario 1:

Im günstigsten Fall hast du weniger Stunden für deine Aktivitäten, als dir in der Woche zur Verfügung stehen. Das bedeutet, deine jetzige Aufgabe ist es, sie sinnvoll in der Woche anzuordnen. Beispielsweise, indem du Wege zusammenfasst oder Zeitblöcke für bestimmte Aktivitäten einrichtest. Bedenke dabei auch immer eventuelle Fahrzeiten. Die gehen natürlich auch noch vom Wochenstunden Konto ab. Aber vielleicht kannst du Wege zusammenfassen, was Zeit spart. Vergiss nicht, Zeitpuffer für Unvorhergesehenes zu berücksichtigen.

 

Szenario zwei:

du hast Mehr Aktivitäten, als Stunden in der Woche. Hier führt kein Weg an einem neuen sortieren vorbei. 

Bei dieser Konstellation neigen wir oft dazu diese Zeit bei uns selbst und vor allem beim Schlaf einzusparen. 

Das rächt sich spätestens, wenn du zusätzlich zur Überforderung noch im Schlafmangel landest. Deswegen geh noch mal zurück zu deiner Liste und schaue ob du Dinge delegieren kannst, vielleicht auch verkürzen kannst. Wenn du beispielsweise dein Kind jeden Tag zu irgendwelchen Sportaktivitäten fährst, absprechen ob es zwei von diesen Fahrten bei jemand anderem mitfahren könnte oder es nur drei Aktivitäten in der Woche nachmittags wahrnimmt.

Hast du jetzt eine realistische Anzahl an Aufgaben und Vorhaben, kannst du deine Woche vernünftig planen. 

Schaue dazu, welche Aufgaben orts- oder zeitgebunden sind. Zum Beispiel wenn du wie ich angestellt im Krankenhaus arbeitest, bist du orts- und zeitgebunden. Du kannst also nicht zwischendurch ins Homeoffice oder deine Zeiten flexibel einplanen.

Es gibt aber andere Tätigkeiten, die zeitunabhängig sind, wie Wäsche waschen. Oder Dinge, die ortsunabhängig sind wie Telefonate. 

Wenn du also in deiner Liste die Dinge markierst, die du zeitunabhängig machen kannst und die Dinge die du ortsunabhängig machen kannst, kannst du die so passend für dich schieben, dass du sie sinnvoll zusammenfasst. die orts- und zeitabhängigen Termine sind in der Regel fix und du kannst nur drum herum planen.

Wenn du dir jetzt also eine Wochenübersicht nimmst und die fixen Termine oder Arbeitszeiten einträgst, kannst du für dich sortieren, wie du die anderen Aufgaben, die zeit- oder ortsgebunden sind, am sinnvollsten anordnest. 

Achte dabei darauf möglichst wenige Wege entstehen zu lassen und schau immer, ob du Aufgaben zusammenfassen kannst. 

Oft werden bei dieser Übersicht plötzlich Zeitfenster frei, bei denen wir dazu neigen, wieder Dinge, die wir von der Liste gestrichen haben aufzunehmen. Tue das bloß nicht. Erstens ist es nur ein Plan, das heißt, es kann immer etwas dazwischen kommen. 

Und zweitens kannst du nie ganz auf die Minute sagen wie lange eine Aufgabe dauert und hast so Pufferzeiten, falls es doch nicht läuft wie geplant. Eine Aufgabe wird nicht wichtiger oder dringender, weil du doch Zeit für sie hast, die du ihr eigentlich gar nicht geben möchtest. 

Und ganz zur Not hast du in dieser Zeit wirklich einfach nur Freizeit und kannst dich den Dingen widmen, die dir gut tun.