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5 Uhr aufstehen- eine Zwischenbilanz

Vor nahezu vier Wochen habe ich mir vorgenommen, 90 Tage lang eine neue Gewohnheit einzuführen. Ich habe mich dabei für 5:00 Uhr aufstehen entschieden, inspiriert von dem Buch „Miracle morning“ von Hal Elrod. 

Die Idee dahinter war für mich, den Tag möglichst produktiv und bewusst zu starten, um dann entspannter im Tagesverlauf zu sein. Einfach weil die wichtigste Aufgabe des Tages bereits erledigt sein würde, wenn die Kinder aufstehen.

An den meisten Morgen war ich deutlich vor dem Wecker wach und sehr motiviert den Tag früh zu beginnen. 

Da ich ohnehin eher ein Frühaufsteher bin, macht mir die Vorstellung, auch an Wochenenden oder im Urlaub früh aufzustehen, nichts aus.

Inhaltlich habe ich mich insbesondere in der ersten halben Stunde des Miracle morning an den Vorschlägen aus dem Buch orientiert. 

Ich habe mir aufgeschrieben, was ich am Morgen als Routine aufnehmen möchte und es einfach ausprobiert. Dann habe ich die Reihenfolge und die Elemente so verändert, dass es zu meiner aktuellen Situation optimal passt. Die Druckvorlage für die Entwicklung von Routinen kannst du dir hier herunterladen. Mehr dazu findest du hier.

Die Bestandteile des Miracle morning sind sechs Grundpfeiler, die in ihrer Länge und Intensität individuell angepasst werden können. 

 

Dazu gehören:

 

1. Stille:

Dieser Punkt macht mir aktuell noch am meisten zu schaffen. In diesem Bereich habe ich mich für Meditation entschieden und mache jetzt immer morgens eine geführte Meditation mit der App Tide. Aber aktuell steht so viel an und es rauschen mir so viele Gedanken durch den Kopf, dass ich es nicht schaffe, in einen Zustand der kompletten Ruhe zu kommen. 

Was mich getröstet hat, ist die Aussage des Autors, dass es bei ihm nahezu drei Monate gedauert hat, bis er wirklich die Meditation für sich richtig nutzen konnte. 

Also heißt es jetzt, einfach weiter machen. 

Es muss auch keine Meditation sein. Für dich ist es vielleicht eher ein Gebet, eine Atemübung oder Dankbarkeit.

 

2. Affirmationen

Ich habe mich lange Zeit gegen Affirmationen gesträubt, oder ihnen zumindest keine große Bedeutung beigemessen. Seitdem ich aber regelmäßig meine Affirmationen morgens spreche, habe ich das Gefühl, diese auch mehr zu verinnerlichen und dass sie mich in gewissen Situationen besser durch den Tag bringen. 

Ich hab dafür auf Karteikarten die Affirmationen aufgeschrieben, die zu meiner aktuellen Situation passen. 

Und auch da sagt der Autor Hal Elrod, dass dies ein flexibles System ist und die Affirmationen je nach Bedarf angepasst, ergänzt oder eben weggelassen werden können.

 

3. visualisieren

Beim visualisieren geht es in erster Linie darum, sich das auszumalen, was man erreichen möchte. Und zwar so, als hätte man es schon erreicht. 

Man stellt sich dazu alles sein ideales Leben mit der besten Version von sich selbst vor. 

Ich habe dazu das erste Mal ein Visionboard erstellt und nutze das als optische Stütze.

Dabei versuche ich immer, mich in diesen Idealzustand herein zu denken. 

Und je öfter man das gemacht hat, desto einfacher wird es.

Ich hoffe jetzt einfach, dass diese Übung demnächst ganz automatisch geht, sodass dieses Gefühl auch tagsüber- besonders in Situationen, in denen es nicht so gut läuft- abrufbar ist.

 

4. Sport

Da gibt es viele Möglichkeiten- von Gymnastik über Hampelmänner, Yoga hin zum laufen oder Gewichtstraining. Es geht darum, etwas zu finden, wodurch man fitter wird und sich besser fühlt. Und im Prinzip auch dadurch richtig wach wird, dass man seinen Körper bewegt.

 

5. lesen

Die Zeit zum Lesen zu nutzen, hat mir besonders viel gebracht. Ich hab dafür circa 15 Minuten am Morgen eingeplant, was eigentlich keine lange Zeit ist, aber dennoch schaffe ich es aktuell, viel mehr zu lesen, als vor dem Miracle morning. Davor hatte ich immer abends gelesen und war meist so müde oder bin vom Lesen müde geworden, dass ich vielleicht ein oder zwei Seiten geschafft habe. 

Morgens lese ich in der Regel ein Kapitel. Inhaltlich handelt es sich dabei um Bücher, die inspirierend sind oder in denen ich Dinge dazulerne, die ich bei Stay organized anwenden kann.

 

6. schreiben (journaling)

Das Journaling ist für mich neu und läuft aktuell auch etwas holprig. Ich habe jetzt auch einiges probiert und bin im Endeffekt bei einer Kombination aus Dankbarkeit und aktuellen Gedanken gelandet. 

Es tut gut, sich einerseits die Dinge vor Augen zu führen, für die man dankbar sein kann und andererseits alle Gedanken, die einem durch den Kopf gehen- auch die negativen- einmal aufzuschreiben und sich derer bewusst zu werden.

 

Als Fazit kann ich nur sagen, dass der Miracle morning für mich genau das richtige war, weil der Tag so viel produktiver beginnt und mich die Praktiken daraus viel besser durch den Alltag bringen. Ich denke es ist vor allem für diejenigen etwas, die etwas aufbauen wollen oder an sich selbst arbeiten möchten. 

Alle, die im Schichtdienst arbeiten oder Säuglinge zu Hause haben, die nicht durchschlafen, würde ich das in dieser Form nicht empfehlen.

Dennoch sind die einzelnen Praktiken aus dem Miracle morning so bereichernd, dass ich schon sagen würde, dass sie auch unter solchen Umständen anderweitig im Alltag untergebracht werden könnten. In einem 15- Minuten Zeitfenster zum Beispiel.😉