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Bist du chaotisch?

 

Viele behaupten von sich, chaotisch und unorganisiert zu sein. Das wäre im Prinzip überhaupt nicht schlimm, aber meist sind sie mit dem Chaos nicht glücklich.

Ich bin davon überzeugt, dass keine von uns wirklich chaotisch ist beziehungsweise sein muss, wenn sie es nicht möchte. 

Sie hat nur einfach noch kein funktionierendes System gefunden. Und mit System meine ich nicht  Marie Kondo oder FlyLady, sondern einzelne Elemente und Abläufe, die insgesamt für mehr Struktur und Ordnung im Alltag sorgen.

Daher hier vier häufige Gründe für das Gefühl chaotisch zu sein und Ansätze, wie du das für dich im Alltag lösen kannst.


1.Zu viel Kram
Das ist wahrscheinlich nicht verwunderlich, dass das bei mir an erster Stelle kommt. Aber ich weiß das wirklich aus eigener Erfahrung. 

Wir hatten eine Zeit lang so viel auf der Arbeitsfläche in der Küche stehen, dass die beste Ordnung und Ordnungshelfer nicht geholfen haben. 

Es sah dadurch immer überladen und unordentlich aus. Und das lag nicht daran, dass wir insgesamt zu wenig Stauraum hatten, sondern einfach zu viel Kram. 

Ich bin mir sicher, wenn du mal wirklich schaust, vernünftig ausmistest und die Sachen richtig nach Kategorien wieder einsortierst, bekommst auch du deine Oberflächen frei von Kram. 

So wirkt es immer ordentlicher und auch andere Familienmitglieder kostet es zumindest mehr Überwindung, ihre Sachen dort Sachen einfach abzuladen.


2. Zu viele Aufgaben
Auch zu viele Aufgaben sorgen für Chaos. Wenn du am Tag bei deiner Aufgabenliste oder bei deinen Aufgaben im Hinterkopf gar nicht mehr weißt, wo du anfangen sollst, mündet das in Stress und Chaos. 

Die Lösung dafür ist es, einmal all die Dinge, zu denen du ja gesagt hast anzusehen.

Vielleicht müssen diese gar nicht von dir erledigt werden oder sie müssen sogar überhaupt nicht erledigt werden). Diese Aufgaben können direkt von deiner Liste gestrichen werden. Und wenn du dann eine Übersicht über die Aufgaben hast, die wirklich gemacht werden müssen, kannst du auch besser einplanen, wann und wie du sie erledigst.

 

3. Zu wenig Zeitpuffer

Wer seinen gesamten Tag komplett verplant, wird oft an diesem Plan scheitern, weil es immer sein kann, dass etwas dazwischenkommt. 

Das können Verzögerung, Wartezeiten, andere Menschen (Kinder, unpünktliche Kollegen) und äußere Umstände wie ein defektes Gerät sein. Ohne Zeitpuffer fährt dann der selbst der schönste Plan vor die Wand. 

Wenn du aber Pufferzeiten einplanst, kannst du solche Umstände bis zu einem gewissen Grad abfangen und trotzdem viel schaffen. 

Als Faustregel gilt, 60 % zu verplanen und den Rest als Puffer zu lassen. Das würde bedeuten, wenn du von 16 Stunden am Tag ausgehst, die dir zur Verfügung stehen, du maximal 10 Stunden davon verplanen solltest. Die restlichen gelten als Puffer und können verwendet werden wenn spontane Dinge dazwischen kommen oder neue Aufgaben auftauchen. Dabei nicht vergessen auch Freizeit einzuplanen.

 

4. Zu wenig Struktur

du musst deinen gesamten Alltag nicht durchtakten, aber etwas Struktur hilft dir gewisse Aufgaben zu überblicken, ohne dass du aktiv darüber nachdenken musst.

Dies gilt insbesondere für den Haushalt. Es gibt unzählige Haushaltspläne, in denen steht, wann du etwas wie oft machen solltest. 

Mir hilft es, das mit festen Zeiträumen zu verbinden. Mal angenommen du möchtest deine Bettwäsche einmal im Monat wechseln dann mach es einfach immer am letzten Wochenende des Monats. Dann musst du dir kein Datum und keinen Zeitraum merken. Ende Monats wird die Bettwäsche gewechselt und fertig.  Oder im Sommer, wenn man viel schwitzt, eben alle zwei Wochen: dann eben Ende des Monats und Mitte des Monats. Ebenso für Dinge im Haushalt. An jedem Wochentag mit M wird gesaugt und somit saugst drei mal die Woche. Die Frequenz richtet sich natürlich nach deinem Bedarf. 

Aber selbst wenn du deinen Haushalt oder zumindest den Großteil an einem Tag erledigst, macht es Sinn, sich einen kurzen Plan der Abläufe zu machen. 

So solltest du erst Staub wischen, dann saugen, dann wischen.  

Oder kochen, dann spülen und dann die Küche sauber machen. 

Das sind nur kleine Veränderungen, aber sie führen dazu, dass viel mehr Dinge automatisch laufen. Am Anfang brauchst du vielleicht Merkzettel oder eine Liste oder Einträge im Kalender/Planer/Handy. 

Aber irgendwann hat es sich eingespielt und du musst dir darüber keine Gedanken machen, wann du was erledigst oder in welcher Reihenfolge du das sinnvollerweise machst.