8 Tipps für einen entspannteren Alltag mit Kindern


Es ist später Nachmittag, der Tag war lang und du wünscht dir nichts sehnlicher, als endlich etwas Ruhe und Zeit für dich zu haben. 
Der 2-Jährige will warme Milch. Du machst die Milch. Als du sie abstellst, kommt Protest: sie sollte doch kalt sein.
Der 5- jährige, den du auf „nach der Milch“ vertröstet hast, möchte dir sein Gebautes zeigen.
Während du dich umdrehst, fliegt der Milchbecher zu Boden und erwischt das halbe Esszimmer.
Der Kurze brüllt nach kalter Milch, während der Große nach einem kurzen „oh“ mit seinem „Mama komm jetzt“ weitermacht. Schließlich ist er jetzt dran.
Der Kurze verdeutlicht seinen Missmut, indem er dem Becher noch einen Tritt verpasst, bevor er einen Stapel Zeichnungen aus dem Regal zieht und auf dem Boden verteilt.
Und du dazwischen. Keine Hilfe in Sicht.
Innerlich würdest du am liebsten das weite suchen. 
Vielleicht schreist du deine Kinder an und später, mit etwas Abstand, kommt das schlechte Gewissen. 
Aber du bist damit nicht allein. Viele von uns geraten in diese Wut. Ich kenne diese Momente zu gut.

Es gibt aber auch Strategien, die dir in solchen Situationen aus der Wut heraus helfen und dafür sorgen, dass du ruhig bleibst, während der Sturm um dich herum tobt.
Hier ein paar Dinge, die mir geholfen haben (und glaube mir, es ist ein Prozess):

Versuche ausgeruht zu sein

Ich weiß, mit Baby ist das leicht gesagt. Aber du weißt selbst, dass dein Geduldsfaden deutlich kürzer ist, wenn du selbst müde und ausgelaugt bist. Wenn dir also jemand anbietet mit dem Baby eine Stunde spazieren zu gehen, bedeutet es für dich: die Gelegenheit für einen 20 Minuten Powernap! 

Verschaffe dir einen Vorsprung

Wenn möglich, stehe vor deinen Kindern auf und nutze die Zeit, um dich in Ruhe fertig zu machen oder einfach mal zu lesen. Selbst nur ein Getränk in Ruhe lässt dich entspannter in den Tag starten. Anfangs können selbst 15 Minuten den Unterschied machen.

Zeit für dich

Im Laufe des Tages ergeben sich mal Zeitfenster, in denen das Kind spielt oder schläft. Nutze ein bis zwei Mal am Tag 10 Minuten, um Pause zu machen. Nicht Spielsachen aufsammeln. Pause.
Du kannst in einer Zeitschrift blättern oder auch nichts tun. Was immer deinen Akku auflädt.

Finde dich mit etwas Chaos ab

Jeder, der Kinder hat, kennt diese Zeit am Nachmittag bis zum Abendessen.
In dieser Zeit schafft man fast nichts. Daher ist es immer gut, Dinge vorzubereiten oder zuzusehen, dass du die wichtigsten Aufgaben bis dahin erledigt hast.
Seitdem ich diese Zeit des Tages als Chaos- Zeit angenommen habe, bin ich deutlich entspannter und versuche gar nicht, etwas zu schaffen. Das nimmt viel Druck aus der Sache.

Zeit blocken

Und damit meine ich nicht, den Tag in Zeitblöcke einzuteilen. Das klappt mit Kindern eher geht so.
Aber du kannst feste Zeitblöcke einplanen, in denen du deinem Kind die ungeteilte Aufmerksamkeit schenkst.
Keine Mails, kein nebenher kochen, kein Handy.
Deine Kinder werden es lieben und es hilft gegen dieses ständige schlechte Gewissen, wenn wir uns zwischendurch unseren Aufgaben widmen.

Kleine Routinen

Versuche (im besten Fall zusammen mit dem Kind) direkt die Spielsachen wegzuräumen, mit denen ihr nicht mehr spielt. Wenn du es zur Gewohnheit machst, herumliegende Sachen zwischendurch an ihren Platz zu legen, hält sich das Gesamtchaos in Grenzen.
Wenn du es dann noch schaffst, 15 Minuten fürs Zonenputzen in den Tag einzubauen, bist du einen großen Schritt weiter in Sachen Ordnung.

Durchatmen

Überlege dir Strategien, die dir helfen, aus deiner Wut herauszufinden.
Ob es ein paar tiefe Atemzüge, eine helfende Affirmation, ein Lied oder ein paar Hampelmänner sind.  
Was immer dir in solchen Situationen hilft, ist einen Versuch wert.
Oder du ziehst dich für ein paar Minuten zurück, wenn es möglich ist.

Erwartungen

Wenn es richtig chaotisch wird und du merkst, wie die Wut auf dich, deine Kinder und eben ALLES in dir steigt, versuche kurz anzuhalten und nachzudenken. 
Worum musst du dich wirklich zuerst kümmern? 
Sind deine Erwartungen an deine Kinder realistisch? 
Wie sind deine Erwartungen an dich selbst?
Auch wenn du es gerne möchtest, du musst nicht alles machen und schaffen.
Es gibt Situationen, die uns förmlich auf die Palme bringen! Ich möchte sie auch nicht klein reden. Aber mit etwas Abstand betrachtet, sind es relativ kurze Momente, die einfach vorbeigehen. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Katrin (Sonntag, 31 Januar 2021 13:19)

    Hi Eva,
    vielen Dank fürs Teilen deiner 8 Tipps mit Alltag und Kids.
    Einiges davon setzte ich schon um (bspw. das teilweise ;-) gemeinsame Wegräumen der Spielsachen, wenn Sie damit fertig sind, Zeit blocken...)
    Gerade was das Thema bewusstes Spielen mit den Kids betrifft, gibt es noch Luft nach oben ;-) Es gibt natürlich 1000 Dinge die man machen muss aber es ist absolut sinnvoll, die Zeit bewusst zu nutzen und auch zu genießen. Das setzt natürlich eine gute Planung voraus, wann man etwas macht aber dabei hilft dein Planer ;-)
    Vor den Mädels (1 und 4) aufstehen fällt mir aktuell noch nicht ein weil ich um jede Minute froh bin, die ich noch im Bett liegen kann. Aber auch hier werden anderen Zeiten kommen.
    Schritt für Schritt : )

    Hab einen schönen Sonntag.

    Beste Grüße,
    Katrin

  • #2

    Eva (Stay organized) (Sonntag, 31 Januar 2021 13:58)

    Sehr gern. Ich möchte es hier nicht zum Mama- Blog ausarten lassen, aber ich dachte, dass einige hier aktuell im gleichen Boot sitzen und ein paar Tipps ganz hilfreich wären. Mir hilft jeder einzelne, aber auch ich schaffe es nicht, mich immer daran zu halten. Ich habe gerade bei dem bewussten Spielen das Gefühl, als würde ich den Mama- Akku der Jungs aufladen und sie sind danach auch damit zufrieden, wenn sie sich eine Weile allein beschäftigen solle.☺️

  • #3

    Nadine (Montag, 01 Februar 2021 06:54)

    Liebe Eva,
    ja tatsächlich ist es für viele aktuell nicht leicht, einen Plan zu haben, auch selbst nicht zu kurz zu kommen oder ein Familienmitglied (gerade bei mehreren Kindern mit ihren Bedürfnissen im Lockdown zwischen Homeschooling, Mamas Homeoffice und Haushalt und Co). Das habe ich tatsächlich an diesem Wochenend ebesonders wahrgenommen und mir bewusst die Zeit mit meinem Sohn genommen, der noch in den Kindergarten geht, aber angehendes Schulkind ist und mich ausschließlich ganz und gar mit ihm befasst. Wir haben ein Traumzimmer in einem Karton gebastelt. Sehr schön ist unser gemeinsames Objekt geworden. Seine und meine Ideen kombiniert und realisiert. Alarmiert war ich, als mir mein Sohn von seiner Traurigkeit berichtete, dass ich mich nur noch um seine ältere (2. Schulklasse) Schwester kümmern würde mit ihren Hausaufgaben, Meetings und Unterricht und dann natürlich meinen Chef im Homeoffice nicht zu kurz kommen lassen würde. Und da wurde ich wach: klar, er hat zwar noch keine Hausaufgaben, Schulpflicht oder dergleichen, aber dennoch Bedürfnisse und Augen im Kopf. Er hat tatsächlich kaum etwas von meiner Aufmerksamkeit und Zeit abbekommen. Danke, lieber Sohnemann für diesen Hinweis, ich werde ab sofort meine Zeit gerecht teilen. DANKE. Mit den tollen Tipps von dir Eva, wird es bestimmt gelingen.